Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 008/13 - 25.09.2013
Ratgeber Minijobs: Arbeitnehmerrechte im 450-Euro-Job

Minijobs sind vollwertige Arbeitsverhältnisse

Minijob

dgb

"Geringfügige Arbeitsverhältnisse" sind die sogenannten Minijobs auf 450-Euro-Basis lediglich bei der Sozialversicherung. Was die Arbeitnehmerrechte im Betrieb betrifft, haben Minijobber die gleichen Rechte wie alle anderen. Und die gleichen gesetzlichen und tariflichen Ansprüche.

Oft behandeln Arbeitgeber ihre Minijobber anders als die regulären Beschäftigten: als "geringfügig Beschäftigte". Sie enthalten ihnen Urlaub und Geld, Lohnfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen, sowie tarifliches Urlaubsgeld vor. Zu Unrecht. Minijobber werden nur in der Sozialversicherung, bei Krankenversicherung und Rente anders behandelt. Im Betrieb jedoch sind sie ganz normale Beschäftigte nach dem Betriebsverfassungsgesetz, mit allen Arbeitnehmerrechten.

Diskriminierung von Minijobbern ist verboten

"Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer - es sei denn, sachliche Gründe rechtfertigen eine unterschiedliche Behandlung. Einem Teilzeitbeschäftigten ist Arbeitsentgelt oder eine andere teilbare geldwerte Leistung mindestens in dem Umfang zu gewähren, der dem Anteil seiner Arbeitszeit an der Arbeitszeit eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht." So steht es in Paragraf 4 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes.
Minijobber sind arbeitnehmerrechtlich ganz normale Teilzeitbeschäftigte. Wenn ein Arbeitgeber dennoch Minijobber diskriminiert, dann ist das ein Verstoß gegen das Gesetz.

Gesetzliche und tarifliche Ansprüche

Minijobber haben genauso wie reguläre Beschäftigte Anspruch auf:

  • Kündigungsschutz      nach dem Kündigungsschutzgesetz
  • Urlaub nach dem      Bundesurlaubsgesetz (20 Arbeitstage) oder nach dem im Betrieb geltenden      Tarifvertrag (zum Beispiel Metall- und Elektroindustrie: 30 Arbeitstage).
  • Entgeltfortzahlung      bei Krankheit, an Feiertagen sowie im Urlaub nach dem      Entgeltfortzahlungsgesetz.
  • Recht auf      Arbeits- und Gesundheitsschutz nach dem Arbeitsschutzgesetz.
  • Mutterschutz      nach dem Mutterschutzgesetz.
  • Elternzeit und      Elterngeld nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.
  • Recht auf      Vertretung durch den Betriebsrat. Minijobber dürfen Betriebsräte wählen      und auch selbst für den Betriebsrat kandidieren.
  • Rechte aus      Betriebsvereinbarungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber.

Und verbindlich für Gewerkschaftsmitglieder:

  • Korrekte      Eingruppierung in die korrekte Lohn-, Gehalts- oder Entgeltgruppe nach dem      im Betrieb geltenden Tarifvertrag.
  • Urlaubs- und      Weihnachtsgeld nach geltendem Tarifvertrag.
  • Alle tariflichen      Leistungen, etwa Qualifizierung, vermögenswirksame Leistungen oder      Beschäftigungssicherung.


Weitere Antworten gibt der DGB-Ratgeber Minijobs. Konkrete Beratung und Hilfe gibt es beim Betriebsrat oder bei Ihrer/Deiner Gewerkschaft vor Ort.

 


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Ansprechpartner

Lothar Judith

Lothar Judith

DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz
Straße der Jugend 13/14
03046 Cottbus
 
 
Tel.: 0355-22726
Fax: 0355-790808
mobil: 0160-90169113
 
 
E-Mail: lothar.judith@dgb.de

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