Deutscher Gewerkschaftsbund

29.02.2012

E-Card-Initiative der IG Metall-Jugend

Azubis sind keine Ratten

(dgb-jugend, 28. Februar 2012) Azubis sind keine Ratten. Und Gewerkschaften folglich keine Rattenfänger. Die IG Metall-Jugend stellt Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer zur Rede - und startet eine E-Card-Initiative.


Die IG Metall-Jugend sieht sich wiederholtermaßen gezwungen, die aggressive Rhetorik des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall im Tarifkonflikt 2012 zurückzuweisen. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser hatte in der Tageszeitung "Die Welt" vom 19. Februar 2012 die Leitforderung der IG Metall nach unbefristeter Übernahme für Ausgelernte als "Rattenfängerei" bezeichnet: Wer mit erfahrenen Lehrmeistern spreche, so Kannegießer, wisse, dass die Motivation der Jugendlichen deutlich sinke, wenn sie "mit dem Lehrvertrag quasi schon die Festanstellung auf Lebenszeit in der Tasche" hätten. "Bei dieser Forderung geht es in erster Linie wohl um Mitgliederwerbung der IG Metall unter jungen Leuten. Das war einst die Methode des Rattenfängers von Hameln, der mit seinen Schalmeienklängen unsere Kinder verführte."

Nun ist das Instrument der Wahl bei den Gewerkschaften, die derzeit alle das Thema Übernahme groß schreiben, immer noch die Trillerpfeife. Aber auf Details dürfte es sowieso nicht ankommen - der Generalton ist ohnehin rau. Die Behebung des landläufig bekannten und von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangels sieht auch anders aus.

"Wir hoffen, dass Kannegiessers Vergleich des Tarifpartners IG Metall mit dem 'Rattenfänger von Hameln' einer unreflektierten Karnevalslaune geschuldet ist", entgegnet IG Metall-Bundesjugendsekretär Eric Leiderer.

Wer ernsthaft die Forderung hunderttausender Auszubildender nach einer sicheren Perspektive als "Verführung Minderjähriger" diffamiere, habe "endgültig den Kontakt zur betrieblichen Realität verloren und jede Moral seinen Verbandsinteressen geopfert", so Leiderer.

"In meiner Generation war Übernahme für Ausgebildete ganz selbstverständlich. Und wer das heute fordert, muß sich als Opfer von Rattenfängern verunglimpfen lassen?", fragt auch IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner.

Die IG Metall-Jugend hat nun einen E-Card-Server eingerichtet. Tenor: Azubis sind keine Ratten, unsere Forderung ist legitim. Gesamtmetall-Präsident Kannegießer wird aufgefordert, sich öffentlich zu entschuldigen.


Die IG Metall-E-Cards: http://www.operationuebernahme.de/keineratte.html


 


Nach oben

Ansprechpartner

Lothar Judith

Lothar Judith
DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz
Straße der Jugend 13/14
03046 Cottbus
 
 
Tel.: 0355-22726
Fax: 0355-790808
mobil: 0160-90169113
 
 
E-Mail: lothar.judith@dgb.de

Zuletzt besuchte Seiten

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Potenziale Geflüchteter zur Fachkräftesicherung nutzen
Ein Zusammenschluss von Bildungs- und Integrationsträgern, Flüchtlingsorganisationen, Wohlfahrtsverbänden, Kammern und Gewerkschaften (DGB-Regionen Ost-, Süd- und Westbrandenburg) im Land Brandenburg fordert den Zugang zu Ausbildungsverhältnissen für Geflüchtete zu erleichtern und vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres die „Ausbildungsduldung“ landesweit einheitlich und praxisorientiert im Sinne eines aktiven Integrationsgedankens umzusetzen. Dazu bedarf es unbedingt einer regulären statusunabhängigen Ausbildungsförderung für alle Auszubildenden. weiterlesen …
Artikel
Warnstreik bei der AWO in Südbrandenburg
Am Warnstreik bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Regionalverband Brandenburg Süd am Freitag, den 24. März 2017 beteiligten sich 250 AWO-Beschäftigte. Die Streikenden hatten sich schon ab 8 Uhr in Lübbenau/Spreewald vor einem zentralen Streiklokal getroffen. Die Streikteilnehmer aus Königs Wusterhausen sind extra mit 2 Bussen angereist. Ab 9.30 Uhr sind die 250 Streikteilnehmer durch die Neustadt von Lübbenau/Spreewald zur Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt demonstriert und haben auf transparenten eine bessere Bezahlung, mehr Wertschätzung und einen neuen Entgelttarifvertrag gefordert ... weiterlesen …
Aktion
Poststreik in Cottbus
Am Freitag, den 3. Juli 2015 demonstrierten die streikenden Beschäftigten der Deutschen Post AG aus Südbrandenburg in Cottbus für ihre Tarifforderung und gegen die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen mit der Gründung der 49 DHL Delivery GmbH-Gesellschaften. Die streikenden Postbeschäftigten trafen sich am Freitag, den 3. Juli ab 10 Uhr am Cottbuser Bahnhof (Platz am Seiteneingang). Gegen 10:30 Uhr startete der Demonstrationszug in Richtung Innenstadt bis zum Platz vor Galeria Kaufhof (Karl-Liebknecht-Straße). Dort fand eine Kundgebung statt. Es waren die erwarteten 200 bis 250 Teilnehmer. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten