Deutscher Gewerkschaftsbund

Strukturentwicklung in der Lausitz

28.08.2013
10. Lausitzkonferenz

Gute Arbeit erfordert Mitbestimmung

IGM-Truck

dgb, L. Judith

Am 27. August 2013 trafen sich im neuen Cottbuser Stadthaus am Erich-Kästner-Platz die Gewerkschaften, vertreten durch ihre Betriebs- und Personalräte, zur 10. Lausitzkonferenz der DGB-Bezirke Berlin-Brandenburg und Sachsen, um über die Zukunft der Lausitz zu beraten.

Die eintreffenden Teilnehmer wurden durch aufgebaute Info-Stände der Gewerkschaften (IG Metall, IG BAU, verdi) mit den Themen Leiharbeit, Werksverträge, Rente und Urlaub sowie durch die "Sklavenkarawane" des DGB-Kreisverbandes Elbe-Elster auf die Konferenz eingestimmt.

Koordiniert wurde diese Konferenz durch die DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz mit ihrem Regionsvorstand in enger Zusammenarbeit mit der DGB-Region Ostsachsen.

Teilnehmer

dgb, L. Judith

Sichere Arbeitsplätze, eine gute Ausbildung und faire Löhne sind notwendige Grundlagen, um Fachkräfte in der in der Lausitz zu halten oder wieder zurück zu gewinnen. In diesem Punkt stimmten die Gewerkschafter mit ihren Gästen überein. Zu ihnen gehörten Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) des Landes Brandenburg; Holger Kelch, Bürgermeister der Stadt Cottbus, Jörg Schrager, Amtsleiter für Kreisentwicklung und Denkmalschutz des Landkreises Dahme-Spreewald; Heinz-Wilhelm Müller, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Cottbus; von der BTU Cottbus Senftenberg Dr. Patricia Graf vom Lehrstuhl Wirtschaft und Industriesoziologie sowie Birgit Hendrischke und Gabriele Weineck vom Weiterbildungszentrum und derzeit verantwortlich für das Projekt „ziemlich beste Lernfreunde“; Frank Hühner von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder; Jürgen Maresch, MdL Brandenburg; Stefan Brangs, MdL Sachsen; Lothar Bienst, MdL Sachsen.

Zu den Gästen aus den Gewerkschaften zählte Ulrich Freese, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE und Dieter Scholz, Geschäftsführer des neu gegründeten Instituts „DGB-Index für Gute Arbeit.

An der Konferenz nahmen auch die Bezirksvorsitzenden der DGB-Bezirke Berlin-Brandenburg und Sachsen Doro Zinke und Iris Kloppich teil.

In seinem Grußwort hob Prof. Dr. Wolfgang Schroeder die Rolle und Bedeutung der Sozialpartnerschaft für die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz hervor und würdigte den 2011 begonnen Sozialpartnerdialog mit dem DGB, dem Unternehmerverband und dem MASF im Land Brandenburg.

Iris Kloppich

dgb, L. Judith

Iris Kloppich würdigte in ihrem Grußwort die fast 20-jährige Geschichte der Lausitzkonferenzen des DGB und kritisierte die nicht ganz so gut funktionierende Sozialpartnerschaft in Sachsen. Die Sachsen könnte in dieser Beziehung von der Brandenburgern noch einiges lernen.

 

Doch die Gewerkschaften wollen noch viel mehr und stehen damit vor ganz neuen Herausforderungen. Gute Arbeit erfordert Mitbestimmung, das ist die zentrale Botschaft mit der sich der DGB auch weiterhin aktiv in die wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz einmischt.

Im Bundeswahljahr 2013 fordert der DGB eine Neuordnung der Arbeit, bei der den prekären Beschäftigungsverhältnissen konsequent der Kampf angesagt wird. Er fordert, dass tarifliche (existenzsichernde bzw. sozialversicherungspflichtige) Entlohnung, oder viel mehr - Gute Arbeit, zur Normalität für jedes Erwerbsarbeitsverhältnis wird.

Wir brauchen endlich einen gesetzlichen Mindestlohn und eine Rente, die Armut im Alter verhindert.

Diskussionsrunde

dgb, L. Judith

„Sozialpartnerschaft in der Lausitz – Ist die Wirtschaft für den Menschen da?“ zu dieser Fragestellung diskutierten Gewerkschafter der IG BAU (Mathias Kalusniak, Gewerkschaftssekretär) der IG BCE (Ralf Hermwapelhorst, Bezirksleiter), der IG Metall (Norbert Göbelsmann, Projektsekretär) und ver.di (Ralf Franke, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer) gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Schroeder. An die Landespolitik wurden bei dieser Gelegenheit folgende Forderungen herangetragen:

 

  1. Das Thema „Sozialpartnerschaft und Gute Arbeit“ muss stärker mit der Wirtschaftsförderung verbunden werden, das heißt auf Bezahlung nach Tarif und mehr betriebliche Ausbildung setzen.
  2. Bei den Kriterien für die Vergabe von Fördermitteln an Unternehmen sollte zukünftig die Existenz von Betriebsräten eine Rolle spielen
  3. Auch bei der Verleihung von Auszeichnungen an Unternehmen durch das Land sollte die Existenz von Betriebsräten als Auswahlkriterium Berücksichtigung finden.
Susanna Hoffahrt

dgb, L. Judith

Eine entscheidende gesetzliche Grundlage für die Mitbestimmung in der Arbeitwelt bietet das Betriebsverfassungsgesetz. Dazu referierte Rechtsanwältin Susanne Hoffarth aus Finsterwalde während der Konferenz. Ihr Thema lautete “Mitarbeiterorientierte Personalpolitik und deren Verankerung im Betriebsverfassungsgesetz“.

 

Im Anschluss an diesen Vortrag stellte Birgit Hendrischke vom Weiterbildungszentrum der BTU Cottbus Senftenberg das gerade angelaufene Projekt „ziemlich beste Lernfreunde“ vor.

„Lernfreunde“ sensibilisiert für den demografischen Wandel in der Arbeitswelt, bricht Altersstereotype auf und legt die Grundsteine für alternsübergreifende Wertschätzung

Innerhalb der Projektumsetzung fungiert die DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz, neben anderen Akteuren der Region wie z.B. der Agentur für Arbeit Cottbus, als strategischer Partner.

Birgit Hendrischke mit Ralf Jußen

dgb, L. Judith

 

Nach der Mittagspause konnten die Betrieb- und Personalräte in drei Arbeitsgruppen zu bestimmten Themenschwerpunkten die konkrete Anwendung des Betriebsverfassungsgesetzes in den Unternehmen und deren Beitrag für die Entwicklung der Lausitz diskutieren. Zu ihnen gehörten:

 

AG 1: Betriebliches Gesundheitsmanagement: Chancen für eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen

Walter Kuhn, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg

 

AG 2: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Es kann jeden treffen!

Ralf Kaiser, DGB Region Ostbrandenburg

 

AG 3: Gute Arbeit durch betriebliche Gleichstellungspolitik

Dr. Sandra Saeed, WERT.ARBEIT GmbH Berlin

 

In ihrem Resümee ging Doro Zinke auf das Lausitzpapier des DGB aus dem Jahr 2007 ein und erneuerte die Forderung der Gewerkschaften nach der ganzheitlichen Entwicklung der sächsischen und brandenburgischen Lausitz unter dem Gesichtspunkt der Forderung des DGB nach einer „Neuordnung der Arbeit“.

Hier der Film von "ziemlich beste Lernsfreunde" , ein Projekt der BTU Cottbus Senftenberg. Näher Informationen gibt es hier: http://www.beste-lernfreunde.de/

 

... und ein paar Fotos als Abschluss:


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Ansprechpartner

Klaus-Dieter Just

 

Lothar Judith

Lothar Judith

DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz
Straße der Jugend 13/14
03046 Cottbus
 
 
Tel.: 0355-22726
Fax: 0355-790808
mobil: 0160-90169113
 
 
E-Mail: lothar.judith@dgb.de

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