Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006/12 - 13.11.2012

Sozialpartnerschaft eine Brandenburger Mogelpackung?

Unter diesem Motto diskutieren am 14.11.2012 mehr als einhundert Betriebs- und Personalräte aus unserer Region mit Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie und mit Doro Zinke, Vorsitzende des DGB-Bezirkes Berlin-Brandenburg im Lindner Congress Hotel.

 Gesellschaft und Arbeitswelt stehen in Brandenburg vor enormen Herausforderungen, denn die Entwicklung in den letzten Jahren hat gezeigt, Fachkräftesicherung in Unternehmen funktioniert am Besten über faire Löhne, die über Tarifverträge abgesichert werden. Faire Löhne garantieren, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Sozialpartnerschaft, das Zusammenwirken von starken Arbeitgeberverbänden und starken Gewerkschaften zur Aushandlung von Tarifverträgen, ist somit ein wichtiger Eckpfeiler für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Gesellschaft

 Das Land Brandenburg hat bei fairer Entlohnung einen riesigen Nachholbedarf. Hier betrug im Jahr 2010, unter Berücksichtigung der Arbeitszeit, der durchschnittliche Bruttolohn je abhängig Beschäftigten nur 74 % des Durchschnittswertes in Westdeutschland. Unter solchen Bedingungen stehen Betriebs- und Personalräte, die ein wesentliches Element der Sozialpartnerschaft auf unternehmerischer Ebene sind, in einigen Branchen ziemlich unter Druck. Die Abwanderung der Fachkräfte kann so nicht gestoppt werden.

 Bis zum Jahr 2030 wird Brandenburgs Bevölkerung um rund 300.000 Menschen auf 2,2 Millionen zurückgehen und die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um rund 30 Prozent. Darüber hinaus könnten bis zu 460.000 Arbeitsplätze in der Region unbesetzt bleiben, wenn nicht gegengesteuert wird.

 Der demografische Wandel kann entscheidend durch Gute Arbeit bewältigt werden. Nur so kann die Arbeitslosigkeit bekämpft und der Fachkräftenachwuchs gesichert werden. Gute Arbeit ist vor allem humane, innovative und qualifizierte Arbeit, von der Beschäftigte und ihre Familien leben können. Hier geht es aber auch um Chancengleichheit, um Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie insgesamt um die Arbeits- und Lebensbedingungen, die eine Region zu bieten hat. Die öffentliche, soziale und kulturelle Daseinsvorsorge kann ein entscheidender Standortfaktor sein, nicht nur für Arbeitgeber auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie, die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Bezirk Berlin-Brandenburg, haben  am 31. Mai 2011 eine Gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Sozialpartnerschaft im Land Brandenburg verabschiedet. Damit bekennen sich die Unterzeichner zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für einen zukunftsfähigen Standort Brandenburg.

 Sozialpartnerschaft – eine Mogelpackung? Oder doch eine Möglichkeit, die Arbeits- und Lebensbedingungen in Brandenburg zu verbessern?

 Diese Konferenz soll die Handlungsspielräume von Betriebs- und Personalräten aufzeigen.


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