Deutscher Gewerkschaftsbund

03.06.2013
Medien-Information der IG Metall Südbrandenburg

Bedeutet Industrie 4.0. in Brandenburg auch Niedriglohn 4.0?

Aktion der IG Metall zum Industriepolitischen Forum der SPD

Tarifvertrag für Wolfkran

igm

Fototermin am 4.6.2013, 18.00 Uhr am dkw Cottbus

Cottbus/4.6.2013: Auf dem industriepolitischen Forum mit Ministerpräsident Matthias Platzeck zum Thema „Industrie 4.0“ wird es am morgigen Dienstag um die Bedeutung der Industrie als Basis des Wohlstands in unserem Land gehen. Passt es dazu, dass in Südbrandenburg ein mit öffentlichen Mitteln subventionierter Industriebetrieb auf Niedriglohnverhältnisse zusteuert?

Der „Leitwolf“ soll sich um sein Rudel kümmern

Die Firma WOLFFKRAN ist weltweit unterwegs. Dennoch werden ausgerechnet die Mitarbeiter im Werk Brandenburg, das im Jahr 2008 mit Steuersubventionen im Millionenbereich gefördert wurde, an der Grenze zur Sittenwidrigkeit beschäftigt. Es ist klar, dass sich dieser Zustand ändern muss. Die Beschäftigten haben dies bereits mit zwei Warnstreiks mit starker Beteiligung deutlich gemacht. Die IG Metall will gemeinsam mit ihnen und dem Betriebsrat bei Wolffkran bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Trotz der Aufforderung der Landesregierung, des Arbeitgeberverbandes und des DGB zur Stärkung der Sozialpartnerschaft verweigert der geschäftsführende Gesellschafter der WOLFFKRAN Werk Brandenburg GmbH, Dr. Peter Schiefer, jegliche Gespräche mit der IG Metall. Stattdessen spekuliert er auf eine billige Einigung mit dem Betriebsrat. Die wäre rechtlich unwirksam, weil der Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz die Entgelthöhe gar nicht regeln darf. WOLFFKRAN bewirbt sich weltweit als „leader of the pack“, also Führer des Rudels. Sieht man die Mitarbeiter in der Brandenburger Produktion, die den weltweiten Erfolg erst möglich machen, ist dem vermeintlichen Leitwolf sein Rudel offensichtlich reichlich egal.

Herr Platzeck: Der „Leitwolf“ soll sich um sein Rudel kümmern!

Die Antwort auf Industrie 4.0 in Brandenburg kann nicht Niedriglohn 4.0 sein. Darauf und auf die Sozialpartnerschaft, die auch die Unternehmen im Land Brandenburg eingegangen sind, will die IG Metall am Rande des morgigen industriepolitischen Forums im Cottbuser Kunstmuseum dkw aufmerksam machen. Mit einer symbolischen Übergabe an unseren Ministerpräsidenten Matthias Platzeck wird thematisiert, dass sich WOLFFKRAN nicht auf dem Rücken seiner Brandenburger Produktionsarbeiter aus der Verantwortung stehlen kann. Industrie kann nur dann eine Basis für Wohlstand im Land sein, wenn dieser auch bei den Menschen ankommt. Die Aktion können Sie gern gegen 18 Uhr mit einem Foto dokumentieren.

Die IG Metall will die Firma WOLFFKRAN auf diesem Weg an den Verhandlungstisch bewegen, um die 120 Beschäftigten künftig an der Entwicklung des Werks und ihrer Produktion beteiligen zu können. Die Mitarbeiter erwarten klare Planungsgrundlagen durch einen Tarifvertrag, der u.a. Einkommen, Arbeitszeit, Zuschläge, Urlaubsansprüche und Jahressonderzahlungen verbindlich regelt. Was andernorts Normalität ist, muss auch in der Brandenburger Industrie durchgesetzt werden.

„Von WOLFFKRAN geht ein Signal für die Industrie im Land aus. Wenn man hier zusieht, wie ein subventioniertes Unternehmen seine Produktion mit Niedriglohnarbeitern aus Brandenburg absichert, braucht sich niemand zu wundern, wenn das Schule macht.“, so Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Südbrandenburg.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ralf Köhler

Mobil: 0170 3333088
Email: ralf.koehler@igmetall.de

IG Metall – Büro Cottbus
Ostrower Platz 20
03046 Cottbus
Telefon: 03 55 38 05 8-0
Telefax: 03 55 38 05 8-16

IG Metall – Büro Finsterwalde
Leipziger Str. 8-12
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Telefax: 0 35 31 50 78 78-8


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