Deutscher Gewerkschaftsbund

09.05.2014
Tag der Arbeit in Finsterwalde

1.Mai „Unser Tag“

Rede der DGB-Kreisverbandsvorsitzenden Heidrun Elsner

Fiwa

dgb

„Der Herr und der Sklave können nur durch das Gewicht der Kette, das sie aneinander fesselt, verbunden sein.“  ( Flora Tristan 1803 – 1844, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin)

Es war vor 125 Jahren am 25.April 1890 auf einer Massenversammlung in „ Sagebiels Etablissement“ in Hamburg, da wurde von etwa 6.000 Arbeitern gegen den Rat der Vorbereitungskommission mit überwältigender Mehrheit beschlossen, den 1. Mai als Feiertag zu betrachten, an dem möglichst alle gewerbliche Arbeit ruhen sollte. Der Anfang ward gemacht. Die Arbeiter der Werften und Fabriken zogen ihren Plan durch und unterstrichen ihre Forderungen mit Streiks. Die Arbeitgeber setzten ihre Androhungen um und das hieß Werksausschluss für Werft- und Fabrikarbeiter und damit keine Arbeit mehr. 

 

Fiwa

dgb

Auch wenn durch dieses Zeichen im Jahre 1890 die Gewerkschaften erst mal geschwächt wurden, so flackerte sechs Jahre später die Flamme wieder auf.

Die Niederlage in Hamburg machte deutlich, dass zersplitterte und lokal handelnde Organisationen zu schwach waren, um gegen die Arbeitgeber zu bestehen. Diese Erfahrung trug zur Reorganisation der freien Gewerkschaften und zur Bildung der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands als Dachorganisation bei.

Soviel zur Geschichte unserer Vorfahren in der Gewerkschaft vor 125 Jahren.

Fiwa

dgb

Wie sieht es 125 Jahre später in der Neuzeit aus?

Heute können wir uns zufrieden und glückselig zurück lehnen.

Denn –

Wir können abschlagsfrei in Rente mit dem 63. Lebensjahr gehen. 

Wir haben einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro.

Wir haben eine 30h Woche.

Wir haben Gleichstellung von Mann und Frau.

Wir haben ausreichende Kitaplätze, einheitliches Bildungssystem, ausreichende Ausbildungsplätze für die Jugendlichen, eine Rente von der man Leben kann, Vollbeschäftigung und ein soziales Netzwerk wo jeder aufgefangen wird.

 

Mit Nichten liebe Kolleginnen und Kollegen mit Nichten.

Wir haben im Jahr 2014, einhundertfünfundzwanzig Jahre später immer noch damit zu tun unsere Rechte zu Erstreiten, ja zu erkämpfen.

Das Jahr 2014 wird zur Weichenstellung für die abhängigen Lohnbeschäftigten.

Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, haben es in diesem Jahr in der Hand, durch die Betriebsratswahlen dafür zu sorgen, dass ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Belegschaft und Geschäftsführung herrscht. Das sie ihr Mitbestimmungsrecht in ihren Händen festhalten.

Demokratie heißt „Mitmachen“. Demokratie heißt, sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen.

 

Fiwa

dgb

Auch vor den Werkstoren muss gestritten und gekämpft werden.

Nicht nur der Unternehmer muss Druck verspüren, nein auch die Politiker.

Damit wir endlich einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn bekommen.

Damit wir mit den 63. Lebensjahr in Rente gehen können. (abschlagsfrei)

Damit wir eine 30h Woche bekommen.

Damit endlich Frau und Mann gleichgestellt sind.

Damit endlich Leiharbeit und Werksverträge zurück genommen werden.

Damit es endlich „Gleichen Lohn für Gleiche Arbeit“ gibt.

Damit endlich dem Sozialabbau Einhalt geboten wird.

Damit endlich ausreichende Kitaplätze vorhanden sind, gute Bildung und Ausbildung für alle, eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, eine Rente von der man Leben kann und eine massiv positive Verbesserung bei den Regelsätzen im ALGII. Die Hartz Regelungen werden seit Jahren als Instrument dafür benutzt, um der prekären Beschäftigung in Deutschland Tür und Tor zu öffnen, wo obendrein die Altersarmut mit hinter herzieht.

Hallo  liebe Bundesregierung aufgewacht das Volk will arbeiten. Die Unternehmer jammern das Fachkräftemangel herrscht. Es gibt Alternativen. Zum einen der nahende Mindestlohn, Gerechtigkeit beginnt mit gerechten Löhnen und zum anderen das ist Bildung.

Fiwa

dgb

Noch immer haben mehr als 1,4 Millionen junge Menschen von 20-29 Jahren keinen Berufsabschluss.

Noch immer verschwinden fast 270.000 junge Menschen in zahllose Warteschleifen, zwischen Schule und Ausbildung.

Noch immer leben in der vermeintlichen Bildungspolitik 7,5 Millionen funktionierende Analphabeten im Alter von13-64 Jahren.

Noch immer bestimmt in unserem reichen Land, der Geldbeutel der Eltern den Bildungserfolg der Kinder. Kurzum: Die Bildungsrepublik Deutschlands ist für allzu viele Menschen ein leeres Versprechen geblieben.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist wichtig Gesicht zu zeigen. Sich einzumischen und zu hinterfragen. Geht auf eure Kollegen in den Betrieben, euren Nachbarn, euren Freunden sowie euren Familien zu und ermuntert sie, ihr Recht auf Demokratie war zu nehmen. Eines davon sind die Wahlen und von denen haben wir Brandenburger gleich drei an der Zahl. Am 25. Mai sind die Kommunal- und Europawahlen. Gerade die Europawahl ist wichtig. Wir brauchen ein friedliches und vor allen Dingen ein soziales Europa.

Einhundert Jahre nach dem Säbelrasseln des 1. Weltkrieges wird der europäische Kontinent schon wieder arg durch geschüttelt. Die Europakrise ist noch nicht vorbei. Die Sparmaßnahmen führen zu weiterer Zunahme von Armut und Ungleichheit und zu sozialer und politischer Instabilität, auf den europäischen Kontinent und darüber hinaus.

Nicht nur Deutschland hat eine hohe Arbeitslosigkeit. Sie zieht durch ganz Europa und trifft in voller Härte die jungen Menschen. Ausgerechnet die Generation, die sich ein Berufsleben und eine Familie mit all ihren Wünschen aufbauen wollen, und für die ältere Generation mit sorgen müssen. Soziale Ausgrenzung und Unsicherheit bereiten den Boden für nationalistische Denkweisen. Wo das am Ende hinführt durchlebten unsere Großeltern vor 75 Jahren.

 

Schaffen wir eine Welt wie sie uns gefällt. Eine Welt mit ökonomischen sowie ökologischen Gleichgewicht und Gemeinwohl für alle.


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Ansprechpartner

Lutz Glasewald

Lutz Glasewald
DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz
Straße der Jugend 13/14
03046 Cottbus
Tel.: 0355-22726
Fax: 0355-790808
E-Mail: lutz.glasewald@dgb.de

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